Zwischenstopps: Noosa, Hervey Bay, Agnes Water und Town of 1770

In Noosa angekommen ging es ins neue Hostel. Direkt beim Einchecken wurde mir allerdings gesagt, dass sie für die kommenden Nächte komplett ausgebucht sind. Also nur für eine Nacht dort. Schade eigentlich, da es das schönste und sauberste Hostel war, dass ich hier in Australien je gesehen habe.

Ich habe kurz nach meiner Ankunft den Shuttle zum Supermarkt genommen. Nach meinem Einkauf dann gelaufen. Auf dem Rückweg Mees aus Texel kennengelernt. Mit ihm zu Abend gegessen und Leila aus Deutschland kennengelernt. Wieder so eine krasse Begegnung. So viele Gemeinsamkeiten. Von oberflächlichen Dingen wie dem Alter und dem Notendurchschnitt zu Studienwünschen und Büchern die wir gelesen haben war alles so ähnlich. Wir haben zu Dritt den Abend am Pool verbracht und so tiefgründige Gespräche geführt. Außerdem festgestellt, dass wir alle am nächsten Tag das Hostel wechseln müssen.

Morgens haben wir zusammen gefrühstückt und haben uns dann auf den Weg gemacht, um einen drei bis vierstündigen Coastal Walk zu machen. Wunderschön.

Während des Spaziergangs haben wir leider die sehr berühmten Fairy Pools verpasst. Einfach dran vorbei gelaufen. Aber egal, manche Dinge werden nur für die Fotos echt überwertet.

Sind also nach dem anstrengenden Coastal Walk und ein paar Erfrischungen im Meer am Nachmittag in ein anderes Hostel gegangen. Mit Leila war ich noch einkaufen und am Pool,

wo ich die Doku Plastic Ocean zu Ende geschaut habe.

Abends war dann kochen angesagt und dann gab es kostenlose Drinks für alle Frauen oder alle Männer, die sich als Frauen verkleidet haben.

Wir haben in der Bar des Hostels gefeiert.

Am nächsten Tag hab ich den Morgen erstmal gemütlich in den Hängematten des Hostels verbracht.

Dann bekam ich eine Nachricht, die mich kurz etwas aus der Bahn geworfen hat. Meine Fraser Island Tour wurde aufgrund des Wetters gecancelt. Eins der Highlights in Australien. Ich konnte entweder umbuchen oder mein Geld zurück verlangen. Ich war hin und hergerissen und war selbst erstaunt, wie sehr mich so etwas stressen konnte. Es gibt definitiv schlimmeres. Da war ich Leila und Mees sehr dankbar für, dass sie mich wieder auf den Boden zurück geholt haben. Im Endeffekt habe ich mich für Geld zurück entschieden, da bei einer Änderung des Datums der Tour alle meine Pläne in Australien durcheinander geraten würden und ich ja auch nicht mehr so lange hier bin. Dann lieber mehr Zeit haben und irgendwann anders nochmal nach Fraser Island. Das wichtigste, das ich in dieser Situation gelernt habe, ist es, zu vertrauen. Ich musste so sehr an eines von Chrissis Tattoos denken. „Do you trust me?“ Sie sagte, egal in welcher Situation sie bereits in ihrem Leben war, wo sie sich gefragt hat, was das alles soll und warum Dinge manchmal so schlecht laufen. Die Anwort auf jede Frage sei immer eine Frage gewesen. „Do you trust me?“ Vertraust du dem Fluss des Lebens? Ja.

Des Weiteren musste ich an folgende Geschichte denken.

Eine alte chinesische Geschichte erzählt von einem Bauern in einem armen Dorf. Er galt als reich, denn er besaß ein Pferd, mit dem er pflügte und Lasten beförderte. Eines Tages lief ihm sein Pferd davon. Seine Nachbarn riefen, wie schrecklich das sei, aber der Bauer meinte nur: „Man wird sehen.“ Ein paar Tage später kehrte das Pferd zurück und brachte zwei Wildpferde mit. Die Nachbarn freuten sich alle über sein günstiges Geschick, aber der Bauer antwortete erneut: „Man wird sehen.“ Am nächsten Tag versuchte der Sohn des Bauern, eines der Wildpferde zu reiten. Das Pferd warf ihn ab und er brach sich beide Beine. Die Nachbarn bekundeten ihm alle ihr Mitgefühl für dieses Missgeschick, aber vom Bauern hörten sie wieder nur ein „Man wird sehen.“ In der nächsten Woche kamen Rekrutierungsoffiziere ins Dorf, um die jungen Männer zur Armee zu holen. Ein Krieg mit dem Nachbarkönigsreich bahnte sich an. Den Sohn des Bauern wollten sie nicht, da seine Beine gebrochen waren. Als die Nachbarn ihm sagten, was für ein Glück er hat, antwortete der Bauer nur „Man wird sehen.“

Ob etwas gut oder schlecht ist, lässt sich nie genau beurteilen. Man weiß es nie ganz sicher. Und nichts ist beständig. Im ersten Moment kann es ganz schrecklich sein und im nächsten zum größten Segen führen. Vertraue. Vertraue dem Fluss des Lebens. Die Antwort auf die Frage „Warum?“ bleibt eine Frage: „Do you trust me?“

Ich war mit Leila noch am Strand und habe mich dann später von ihr und Mees verabschiedet.

Die Busfahrt zum nächsten Stopp war mit einem Hörbuch und der passenden Musik sehr angenehm und vor allem der Spot bei einer kurzen Pause war so schön – passend zum Sonnenuntergang.

Ich kam in Hervey Bay im Hostel an.

Von hier aus wäre meine Tour gestartet. Deshalb war ich dort. Habe mich entschieden, direkt am nächsten Tag weiterzufahren.

Bin dann am nächsten Morgen noch zum kleinen, ruhigen Strand gegangen und bin etwas im Ort herumspaziert.

Mittags bin ich noch mit zwei Deutschen und einer Frau aus Luxemburg zum Pier gefahren.

Einer hat mir auch angeboten, mich zum nächsten Stopp mit seinem Auto mitzunehmen, damit ich kein Bus fahren muss. Aber ich wollte Bus fahren.

Habe auf der Fahrt wieder ein Hörbuch gehört und kam dann abends in Agnes Water an.

So ein lustiger Empfang. Ich stieg aus dem Bus aus und da standen drei Mitarbeiter vom Hostel in Bananenkostümen tanzend vor dem Bus, um alle Gäste des Cool Bananas Hostels einzusammeln. So gewinnt man Menschen für sich. Besondere Momente erschaffen. Im Hostel angekommen gab es für jeden ein Bananenweingummi und ein Armband, dass mit dem Namen des Hostels beschriftet war. Außerdem kamen wir mitten in der „Family Time“ an. Diese ist von 18 bis 20 Uhr, denn in diesem Zeitraum wird das Wlan ausgeschaltet, damit nicht alle am Handy sind, sondern miteinander kommunizieren. So eine coole Idee. Außerdem werden die Zimmer nicht abgeschlossen, Schließfächer gibt es auch nicht. Alles basiert auf Vertrauen. Einmal habe ich mir an der Rezeption Geld geliehen und anstatt sich das aufzuschreiben wurde mir nur gesagt dass sie mir vertrauen, dass ich es zurück gebe. Ein echt besonderes Hostel.

Gefrühstückt habe ich am nächsten Tag mit Molly, meiner Zimmernachbarin, und Charlet. Beide aus England. Zusammen mit zwei anderen Deutschen haben wir einen Shuttle zur Town of 1770 genommen. Der Name bezieht sich auf die Landung von James Cook in Australien im Jahre 1770. Dort herumspaziert.

Schwimmen gegangen, Lunch gegessen und wieder zurück zum Hostel gefahren.

Am Nachmittag stand mit einer großen Gruppe von Hostel surfen an.

Die Bedingungen waren nicht die besten, aber ich habe es trotzdem einige Male geschafft, zu stehen. Leider immer genau dann nicht, wenn ich die GoPro hatte, die wir alle im Wechsel benutzen durften.

Die Rückfahrt vom Strand zum Hostel war das coolste. Wir saßen im 4WD, unser Surflehrer hat so laut es ging die Musik aufgedreht, es gingen Partylichter an und alle haben zusammen gesungen.

Beim Abendessen habe ich noch Lynn aus der Schweiz kennengelernt. Wieder mit so vielen Gemeinsamkeiten, wie sich später herausstellte. Und wir wären sogar zusammen auf der Fraser Island Tour gewesen, wäre diese nicht gecancelt worden.

Am folgenden Tag sind so ziemlich alle aus unserem Zimmer um 5 Uhr aufgestanden, um gemeinsam den Sonnenaufgang am Strand anzuschauen.

Am Morgen habe ich noch eine Weile mit meinem Bruder telefoniert.

Dann ging es für den Rest des Tages bei schönem Wetter an den Strand. Mit Lucille, Molly und Lynn. Charlet und Jaro waren auch dabei. Ich habe ein Hörbuch von Deepak Chopra gehört – Feuer im Herzen.

Abends haben wir noch zusammen Abend gegessen und noch ein bisschen zusammen Zeit verbracht und geredet, bis wir uns von Lucille und Molly verabschiedet haben, da die beiden den Nachtbus zum nächsten Stopp genommen haben.

Außerdem habe ich an dem Tag wieder einige Sachen verloren. Was wäre meine Reise auch ohne jegliche Verluste? Ladekabel, Zahnbürste und Handtuch. Ladekabel neu gekauft und Zahnbürste und Handtuch befand sich bei der Rezeption. Hatten sie gefunden. Das Personal war jedenfalls amüsiert, dass ich so vieles verloren hatte.

Am Sonntag bin ich mit Lynn und Jo in einen Park gegangen, um dort morgens ein bisschen Sport zu machen. Den Rest des Morgens habe ich dann am Blog geschrieben und dann sind Lynn und ich in den Bus gestiegen. 10 Stunden Fahrt nach Airlie Beach!

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